Was für eine spannende Partie, die erst im Penalty-Schießen einen würdigen Sieger fand. Wir sind sehr stolz auf unsere Mädels, die bei der U21-Nationalmannschaft großen Anteil hatten mit Toren und vielen guten Aktionen im Spiel. Und alle drei sind gesund und fit für die anstehende Saison, ein bisschen Pause haben sie sich natürlich verdient! Genießt den Erfolg


U21-Damen holen nach 4:3-Shootout-Sieg gegen Belgien EM-Bronze

Europameisterschaft in Valencia, Spiel um Platz drei: Belgien – Deutschland 3:4 n. SO. (1:1; 0:0)

aus hockey.de

21.07.2019 – Die deutschen Juniorinnen landen nach einem 4:3-Shootout-Sieg gegen Belgien (1:1; 0:0) auf dem Treppchen der EuroHockey Junior Championship 2019. In einer intensiven ersten Hälfte, in der vor allem die deutschen Juniorinnen mehr investierten, überzeugten vor allem beide Defensivreihen, ein torloses Unentschieden zur Pause war die Folge. Im zweiten Durchgang war das Team von Akim Bouchouchi wieder präsenter und ging Ende des dritten Viertels verdient durch Stine Kurz in Führung. Im Schlussviertel drohte Deutschland den Sieg fast noch aus der Hand zu geben, rettete sich aber nach dem Ausgleichstreffer und zweier gelber Karten dank einer guten Verteidigungsarbeit noch ins Penaltyschießen. Hier überzeugte vor allem Torhüterin Selina Müller, die aus sieben belgischen Versuchen nur zwei Treffer zuließ. Auf deutscher Seite entschieden Katharina Kirschbaum (traf doppelt) und Stine Kurz mit ihren Penaltys das Spiel um Platz drei. (Fotos: worldsportpics.com)

Bundestrainer Akim Bouchouchi: „Obwohl wir motivational immer noch frustriert waren über das Halbfinalergebnis und die Mädels etwas Schwierigkeiten hatten, das Spiel von Anfang an richtig anzunehmen, haben sie das sehr, sehr gut gemacht und wenig zugelassen. Mit der Konsequenz, ein bisschen clever im Kreis zu sein, würden wir vielleicht mit ein, zwei Toren mehr aus dem Spiel rausgehen. Sicherlich muss man auch noch mal die beiden Torhüter hervorheben: Anna Kilian hält uns bei einer Ecke und einem Konter die Null, Selina Müller gewinnt uns ja das Penaltyschießen. Das war der Rückhalt, der heute ganz, ganz wichtig war, weil uns eben auch ein, zwei Flüchtigkeitsfehler passiert sind, die die Belgier ein bisschen am Leben erhalten haben. Spielerisch bin ich megazufrieden, auch mit dem ganzen Turnier. Ergebnistechnisch kann man sich jetzt sicherlich freuen, aber nicht ganz zufrieden sein. Die spielerische Qualität ist nicht immer ganz ins Ergebnis gegangen. Das ist für die Mädels ein bisschen schade, aber der Spirit war vor allem hier am Ende überragend.“
Mannschaftskapitänin Charlotte Gerstenhöfer hielt fest, dass dem Team das bisherige Turnier noch in den Knochen steckte: „Obwohl wir ziemlich platt waren, hatten wir die ganze Zeit über richtig gute Offensivaktionen, die wir nur leider nicht verwandelt haben. Gefühlt waren wir immer am Drücker, Belgien hat uns manchmal mit langen Bällen und Kontern viel Kraft gekostet. Unsere Torhüter halten manche Dinger richtig krass, im Penaltyschießen ist Selina Müller sehr stark, ihr können wir eigentlich die Medaille zuschreiben.“

Nach einem ersten vorsichtigen Abtasten in der Anfangsphase nahmen die deutschen Juniorinnen bald das Heft in die Hand, zunächst aber ohne zählbaren Erfolg: Lisa Noltes Flanke fand im belgischen Kreis keinen Abnehmer (6.), bei der ersten Strafecke war Belgiens Torhüterin Pauline de Ryck bei einer Variante auf Herausgeberin Charlotte Gerstenhöfer zur Stelle (9.), eine Minute später konnte sich Maren Kiefer direkt vor dem Tor nicht durchsetzen. Dann sprang eine argentinische Rückhand von Liv Arndt aus aussichtsreicher halbrechter Position vom rechten Innenpfosten wieder zurück ins Feld (11.). Die deutschen Möglichkeiten schienen die Belgierinnen aufgeweckt zu haben, zumindest kam der Vize-Europameister von 2017 nun besser in die Partie und war mit drei Ecken gefährlich. Aber erst Stine Kurz und dann Anna Kilian im deutschen Tor sicherten das 0:0 zur ersten Viertelpause (13./15.).

Im zweiten Viertel hatte Katharina Kiefer die erste gute Möglichkeit für Deutschland, de Ryck klärte die Gefahrensituation aber vor der deutschen Stürmerin (20.). Belgien blieb in dieser Phase vor allem über Konter gefährlich. Daraus resultierte eine Ecke und deren Wiederholung, die Kilian mit der Schiene übers Tor lenkte (23.). Auf der anderen Seite sorgte Emma Boermans für etwas Entlastung, ihre argentinische Rückhand ging aber über das belgische Tor (25.). Wieder im deutschen Schusskreis tauchte Sofie Scheers frei vor Kilian auf, aber die Berlinerin war auch hier zur Stelle (27.)

Zu Beginn der zweiten Hälfte schwächte sich Belgien kurzzeitig durch eine grüne Karte, die deutschen Juniorinnen konnten die Überzahl aber nicht nutzen. Erst verfehlte Boermans die Kugel, dann versandete Deutschlands zweite Strafecke in einer etwas unübersichtlichen Variante (beide 32.). Die Partie schwappte nun hin und her: Im deutschen Schusskreis sorgte Justine Rasir für Unruhe, aber Selina Müller, nun anstelle von Kilian im deutschen Tor, stoppte den Sturmlauf der Belgierin (36.). In der 40. Spielminute kam Nolte frei zum Schuss, de Ryck lenkte den Ball mit dem Kicker jedoch zur langen Ecke ab. Dann konnte Deutschland aber doch noch jubeln: Kurz vor Beginn der letzten Viertelpause konnten die Juniorinnen endlich einen Standard verwandeln: Stine Kurz nutzte die vierte deutsche Strafecke direkt und verwandelte den Flachschlenzer zum 1:0 für Deutschland (43.). Wenige Sekunden später hätte die Mannheimerin gleich noch einmal zuschlagen können, diesmal lief Belgien die Ecke aber ab.

Der erste Höhepunkt des Schlussviertels war erneut eine deutsche Ecke, die allerdings rausgepfiffen wurde (49.). Die deutschen Juniorinnen drängten nun auf den zweiten Treffer, Marisa Martin Pelegrina scheiterte aber an de Ryck (50.). Eine grüne Karte für Gerstenhöfer leitete in der engen Partie eine Schlussphase ein, die das Spielgeschehen noch einmal auf den Kopf stellte und mit der Rausnahme der starken Torhüterin de Ryck dreieinhalb Minuten vor dem Ende noch einmal Fahrt aufnahm. Die belgische Überzahl mündete eine Minute später in der sechsten Strafecke für Belgien: Rasir stand diesmal richtig und ließ mit ihrem Stecher Müller im deutschen Tor keine Abwehrchance – 1:1 mit noch knapp zwei Minuten auf der Uhr. Nun hatte Deutschland noch einmal Glück: Bei der nächsten belgischen Strafecke war Müller gegen Shaunda Ikegwuonu zur Stelle. Dann sahen Boermans und Kurz sogar noch Gelb, Deutschland rettete sich aber mit einer soliden Abwehrleistung trotz doppelter Unterzahl ins Penaltyschießen. Dort zeigte die deutsche Torfrau eine Weltklasse-Leistung, hielt fünf von sieben belgischen Penaltys, Kurz und Kirschbaum machten mit ihren Treffern Deutschlands Triumph und EM-Bronze perfekt. (ao)

Tore:

0:1 Stine Kurz (KE, 43.)

1:1 Justine Rasir (KE, 58.)
Ecken:
BEL 7 (1 Tor) / GER 6 (1 Tor)

Penaltyschießen:
Selina Müller hält doppelt gegen Charlotte Engelbert
Pauline de Ryck pariert Charlotte Gerstenhöfers Schuss mit dem Kicker
Agathe Willems trifft mit der Rückhand
Pauline Heinz scheitert an de Ryck
Anne-Sophie Vanden Borre verlädt Müller und schiebt ins leere Tor ein
Lisa Nolte trifft erst im Nachschuss nach den acht Sekunden, kein Tor
Müller hält gegen Shaunda Ikegwuonu
Stine Kurz verwandelt eiskalt
Müller hält stark gegen Anouck Vandensteen
Katharina Kirschbaum verwandelt flach unten links

Stine Kurz‘ Rückhandschieber rollt knapp rechts am Tor vorbei
Müller wehrt Willems‘ Rückhandschuss diesmal mit dem Schläger ab
Kirschbaum hat etwas Glück, bringt den Schlenzer aber im Tor unter
Müller hält erneut gegen Ikegwuonu

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