Köln siegt in der Shootout-Verlängerung  – hockeyliga.de

Die Herren von Rot-Weiss Köln haben in Stuttgart das Finale um die deutsche Hallenhockey-Meisterschaft erreicht. Das Team von André Henning besiegte Titelverteidiger Club an der Alster in einer dramatischen Partie in der Verlängerung des Penalty-Shootouts. Die Hamburger waren vor der Pause das cleverere Team, führten zu Halbzeit auch verdient 5:3. Dann hatte Köln eine sehr starke Phase zu Beginn der zweiten Hälfte, als die Westdeutschen drei Tore in Folge erzielen konnten. Alster hatte gegen Ende zwar die besseren Chancen, in der regulären Spielzeit zu gewinnen, doch im Shootout war es Kölns Kapitän Florian Pelzner, der Mitte der zweiten Hälfte mit Kopfplatzwunde behandelt werden musste, aber mit einem Kopfverband weiterspielen konnte, der den entscheidenden zwölften Penalty zum 12:11-Siegtreffer verwerten konnte.

André Henning sagte: „Das war unglaubliche Werbung für den Hallenhockey-Sport, ein´ fantastisches Spiel! Alster war in der ersten Hälfte besser, deshalb war es gut, dass wir uns in der Pause etwas sammeln und ein paar Dinge umstellen konnten. Stark von meinen Jungs, was die in dieser Partie investiert haben. Und es standen ein paar derjenigen mit spektakulären Szenen im Fokus, die sonst vielleicht nicht so im Blickpunkt stehen.“
Alsters Carl Alt sagte nach der Partie: „Ärgerlich für uns war die Phase nach der Pause, als wir gefühlt immer hinterherlaufen und Köln drei Tore in Folge gelingen. Wenn man dann am Ende im Penalty-Shootout verliert, ist das natürlich einfach nur ärgerlich. Aber Glückwunsch an Köln, die haben eine starke Mannschaft und das auch gut gemacht!“
Kölns Kapitän Florian Pelzner: „Mein Kopf schmerzt noch ein bisschen von dem Schläger, den ich abbekommen habe. Zum Glück hat der Doc recht schnell gesagt, dass ich wieder aufs Feld kann, nachdem die Wunde draußen geklebt wurde. Wer jetzt im Finale kommt, ist mir eigentlich egal. Das sind beides starke Teams. Gegen Mülheim haben wir in der Saison ja schon zweimal Unentschieden gespielt.“

Das Spiel war von Beginn an intensiv und auch recht körperlich. Es ging hin und her, ohne dass in den ersten fünf Minuten wirklich eine Großchance dabei herauskam. Alster hatte dann die etwas besseren Kreisszenen und auch zwei erste Chancen durch Kamlade und Boeckel, die Victor Aly aber souverän parierte. Ein Ballverlust von Johannes Große am eigenen Kreis brachte schließlich das 1:0 (12.) durch Niklas Bruns. Jonas Gomoll holte im Gegenzug die erste Ecke für Rot-Weiss und die versenkte Florian Pelzner ganz präzise in die rechte obere Ecke zum 1:1 (13.). Doch Alster antwortete mit einem Traumtor von Patrick Schmidt, der von links an den rechten Innenpfosten zum 2:1 (13.) einschlenzte. Es ging nun hin und her. Eine Traum-Kombination von Köln über links beendete Große mit dem Block zum 2:2 (14.). Und nur Sekunden später nahm Christian Reimann einen Abpraller von Victor Aly dankbar an und traf zum 3:2 (15.).
Dann konnte Alster sogar auf zwei Tore davonziehen, als Carl Alt rechts in den Kreis zog und platziert flach ins lange Eck zum 4:2 (18.) traf. André Henning nahm dann eine Auszeit (21.), als seinem Team nicht wirklich etwas einfiel, um zurück ins Spiel zu kommen. Doch erstmal ging es für Alster gut weiter. Patrick Schmidt holte die erste Alster-Ecke (23.), die Aly aber stark ablief. Im nächsten Angriff gab es eine Ecke für Köln, die Alster nicht wahrhaben wollte, Daraus resultierte die dritte Ecke (27.), die Johannes Große von der Mitte zum 3:4 verwertete. Alster antwortete erneut blitzschnell. Kamlade fand Carl Alt ganz allein vor Aly, und der verlud den Nationalkeeper zum 3:5 (28.), was dann auch der Halbzeitstand war.
Alster dann mit einem Flüchtigkeitsfehler im Aufbau, den Thies Prinz gedankenschnell bestrafte und nach Doppelpass mit Pelzner zum 4:5 traf (31.). Und drei Minuten später glich Kapitän Pelzner sogar zum 5:5 (34.) aus. Alster nicht mehr mit dem Zugriff, den die Hamburger in Halbzeit eins hatten. Maximilian Siegburg holte mit einem tollen Solo die nächste Ecke für Rot-Weiss (39.), die Joshua Delarber platziert zum 5:6 nutzte. Köln jetzt eindeutig das wachere, griffigere Team. Es gab die nächste Ecke (41.), die zum Siebenmeter führte, den Mark Appel Weltklasse gegen Jonas Gomoll aus der oberen linken Ecke fischte.
Kamlade holte mit einem Solo über rechts dann eine Ecke für Alster (42.), dabei bekam Pelzner den ausschwingenden Schläger ab und musste draußen behandelt werden. Die Ecke nutzte Patrick Schmidt mit einer tollen Täuschungsvariante zum 6:6 (43.). Danach agierten beide Teams deutlich vorsichtiger, das Spiel verlangsamte sich. Doch dann fing Alster die Kugel an der Mittellinie ab und nach doppeltem Doppelpass war es Christian Reimann, der das 7:6 (50.) für die Hamburger erzielte. Das Momentum also wieder bei den Hamburgern.
Aber Köln holte es sich zurück: Der mit Turban auf dem Platz zurückgekehrte Pelzner bediente Kai Aichinger, der per Stecher zum 7:7 (52.) traf. Beide Teams hatten Chancen auf die erneute Führung, aber Aly und Appel machten sie zunichte. Glück für Köln, als Anton Böckel spektakulär mit der Rückhand nur den Pfosten traf. 120 Sekunden vor Ende holte Alster die nächste Ecke, die Jan Fleckhaus mit dem Schläger auf der Linie hielt. Auch Kamlade hätte das 8:7 noch machen können, scheiterte aber an Aly – eine Ecke, die Alster in der Situation forderte, wurde nicht gegeben. So musste das Shootout entscheiden.


Der Club an der Alster – Rot-Weiss Köln

1:0 Niklas Bruns (12.)

2:1 Patrick Schmidt (13.)

3:2 Christian Reimann (15.)
4:2 Carl Alt (18.)

5:3 Carl Alt (28.)



6:6 Patrick Schmidt (KE, 43.)
7:6 Christian Reimann (50.)


1:1 Florian Pelzner (KE, 13.)

2:2 Johannes Große (14.)


4:3 Johannes Große (KE, 27.)

5:4 Thies Prinz (31.)
5:5 Florian Pelzner (34.)
5:6 Joshua Delarber (KE, 39.)


7:7 Kai Aichinger (52.)


Penalty-Shootout:

  • Thies Prinz traf mit der Rückhand.
  • Christian Reimann schoss zu früh und scheiterte an Aly.
  • Florian Pelzner scheiterte zweimal an Appel.
  • Didi Linnekogel glich mit der Rückhand zum 8:8 aus.
  • Johannes Große traf ebenfalls per Rückhand.
  • Jesper Kamlade machte es ganz sicher zum 9:9.

Nun begann Alster nach den ersten drei Penaltys:

  • Und da startete Kamlade erneut und traf per Rückhand zum 10:9.
  • Johannes Große allerdings auch ganz souverän zum 10:10.
  • Linnekogel erhöhte auf 11:10.
  • Thies Prinz fast genauso sicher zum 11:11.
  • Christian Reimann schoss ernuet früh und scheiterte wieder an Aly.
  • Und Flo Pelzner war es dann, der zum 11:12 traf und Köln ins Finale schoss.

Es gab erhebliche Proteste von Alster, weil Pelzner vorm Abschluss bei Appel auf den Schläger trat. Doch die Schiedsrichter hatten keinen Videobeweis zur Verfügung, so stand die Entscheidung.

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